Neutralitätsmythos

Als angehende Lehrkraft wirst Du mit politischen Positionen, gesellschaftlichen Debatten und rechten Einschüchterungsstrategien konfrontiert. Diese Seite vermittelt Dir rechtliche Sicherheit, damit Du mit Deinen pädagogischen Kompetenzen selbstbewusst für den Erhalt der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Werte eintreten kannst.

Zentrale Erkenntnisse

Unparteilichkeit, Mäßigung und Zurückhaltung

(1) […] Sie haben ihre Aufgaben unparteiisch und gerecht zu erfüllen und ihr Amt zum Wohl der Allgemeinheit zu führen. […]

§ 33 Absatz 1 Satz 2 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG)

(2) Beamtinnen und Beamte haben bei politischer Betätigung diejenige Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren, die sich aus ihrer Stellung gegenüber der Allgemeinheit und aus der Rücksicht auf die Pflichten ihres Amtes ergibt.

§ 33 Absatz 2 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG)

Verfassungstreue

(1) […] Beamtinnen und Beamte müssen sich durch ihr gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekennen und für deren Erhaltung eintreten.

§ 33 Absatz 1 Satz 3 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG)

Das umfasst:

  • Verbot sachfremder Erwägungen: Keine Bevorzugung oder Benachteiligung aus persönlichen, politischen oder weltanschaulichen Motiven
  • Politische Neutralität bei der Amtsführung: Keine einseitige oder provokative Werbung für bestimmte politische Auffassungen oder Parteien
  • Trennung zwischen Amt und politischem Meinungskampf: Lehrkräfte müssen eindeutig zwischen Amtsausführung und Teilnahme am politischen Meinungskampf unterscheiden

Das bedeutet:

  • Aktive Verteidigung der zentralen Werte der Verfassung, nicht nur passive Duldung
  • Eindeutige Distanzierung von verfassungsfeindlichen Positionen
  • Partei ergreifen für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenwürde

Praktische Handlungssicherheit

Lehrkräfte MÜSSEN:
Lehrkräfte DÜRFEN:
Lehrkräfte DÜRFEN NICHT:

Checkliste für politische Äußerungen

  1. Trägt es zur Erreichung der Bildungs- und Erziehungsziele bei?
  2. Ist es mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar?
  3. Wird der Schulfrieden und die Neutralität des Landes nicht gefährdet?
  4. Werden verschiedene Standpunkte fair dargestellt?
  5. Bleibt es sachlich?
  6. Wird eine offene und respektvolle Haltung gegenüber anderen Meinungen gezeigt?
  7. Ist die eigene Meinung klar als persönliche Sichtweise gekennzeichnet?

Fazit

Du bist nicht neutral – sondern der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet!

Als Lehrkraft trägst Du Verantwortung für die demokratische Bildung. Lass Dich nicht einschüchtern, vernetze Dich mit anderen und nutze die verfügbaren Unterstützungsangebote (Behörden, Gewerkschaften oder NGOs). Gemeinsam können wir autoritäre Strategien durchkreuzen und eine emanzipatorische Schulkultur stärken.

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